Donnerstag, 15. August 2013
Wo bleiben meine Manieren..
Hallo,

mein Name ist Marie, ich komme aus einer kleinen Stadt im Süden und bin 19 Jahre alt.
Ich versuche so gut wie möglich mit meinem Kopf und dieser seltsamen Welt klarzukommen.

Mit diesem Blog möchte ich nichts erreichen.
Möchte mir nichts von der Seele schreiben, oder etwas loswerden.
Ich möchte einfach nur meine Geschichte erzählen.
Meine ganz eigene, kleine Geschichte.

Also, willkommen auf meiner Reise!

... link (0 Kommentare)   ... comment


Ich bin krank.
Gestern Nacht ist mir erst richtig bewusst geworden, dass ich krank bin.
Nicht die Art Krankheit, die man einem ansehen würde. Nein. Diese Art von Krankheit, welche sich hinter tausend Lächeln und Tränen verbirgt.
Es war etwas in meinem Kopf, dass nicht richtig lief. Irgendetwas wollte nicht so arbeiten, wie es arbeiten sollte.
Bis vor vier Monaten war mir noch nicht einmal bewusst gewesen, dass mein kleines Problem, mein 'Burn Out' eigentlich eine sich sehr schnell entwickelnde Krankheit.
Psychische Störung würden manche jetzt sagen. Das Wort 'Störung' finde ich persönlich jedoch sehr..verstörend.
Ich kann normal denken, normal reden, normal laufen, atmen, lachen, weinen und normal handeln wie jeder andere Mensch auch.
Es ist einfach so, dass mein Kopf bei manchen Denkvorgängen einen kleinen Umweg macht, zu schnell denkt, oder zu lange an einem Gedanken kleben bleibt. Mein Kopf arbeitet ein ganz bisschen anders.
Anfangs informierte ich mich über meine Krankheit noch. Wollte genau wissen..was wieso woher wie warum ich. Doch irgendwann kam ich an den Punkt, an welchem mir klar wurde, dass es mir überhaupt nichts bringen würde zu wissen warum ich krank war. Oder wie genau sich diese Krankheit äußert. Man kann es mit dem kleine-kinder-wunden-phänomen vergleichen. Die Wunde tut erst/noch mehr weh, wenn man das Blut sieht.
Das wollte ich nicht. Ich wollte kein Blut mehr sehen, geschweige denn eine Wunde.
Also fand ich mich damit ab, dass ich etwas anders ticke und versuchte irgendwie klar zu kommen.
Einfacher gesagt als getan.
Viele Menschen halten Psychische Krankheiten für lächerlich, erfunden, unglaubwürdig, überflüssig oder gar total übertrieben. Oder denken, dass Menschen mit psychischen Problemen 'verrückt' seien. Ich kann nur von meiner Erfahrung sprechen wenn ich sage, dass es weder übertrieben, noch verrückt ist, wenn Menschen solche Probleme haben. Es ist okay, so zu sein. Es ist okay, nicht mehr weiter zu wissen. Es ist auch okay, sich doch mal verrückt und bescheuert vorzukommen, wenn man sich aufführt als wäre die ganze Welt gegen einen. Fakt ist, am Anfang scheint alles verloren.
Es ist wie ein Knie(oder jegliches andere verletzliche Körperteil), dass sich immer wieder entzündet, egal was man tut. Irgendetwas hast du als Kind getan, dass dieses Knie einfach nicht gesund bleiben möchte. Wenn es sich mal wieder entzündet, musst du dafür Sorgen dass du es schonst, dich darum kümmerst und dich irgendwie über Wasser hältst. Mit etwas Hilfe und viel Fürsorge geht es dem Knie dann bald wieder besser. Ein paar Monate geht es gut, dann irgendwann entzündet es sich erneut und es ist wieder genauso schlimm wie anfangs. Du kümmerst dich wieder und wieder um das Knie. Und auch wenn du manchmal denkst deinem Knie geht es gut und so schnell wird es sich nicht mehr entzünden, musst du akzeptieren, dass dieses Knie nie ganz gesund sein wird. Du musst akzeptieren dass dieses Knie, egal was noch alles passieren wird, ein Teil von dir ist.
Und auch immer sein wird.

... link (0 Kommentare)   ... comment